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Angstfrei reiten

Die Autorin

Stressatmung durch Ruheatmung ersetzen

Auch hier kann man den Vorteil des Embodiment nutzen. Reiten ist ein Sport und die Muskeln benötigen genügend Sauerstoff, um ihre Arbeit tun zu können. Viele Reiter atmen beim Reiten nicht richtig, manche halten die Luft beim Reiten an, andere verfallen der Stress-Atmung. Beides hilft beim Reiten nicht weiter.

Die Stress-Atmung kann man ganz einfach daran erkennen, dass man mit hochgezogenen Schultern flach und ziemlich schnell in den Brustkorb atmet. Dies führt wieder dazu, dass man sich verspannt und die Kommunikation mit dem Pferd erschwert wird.

Die Stressatmung wird durch eine Ruheatmung ersetzt. Das bedeutet, ganz bewusst darauf zu achten, dass man ruhig und langsam atmet. Jeden Atemzug ganz bewusst in den Bauch atmen. Manche werden diese Atemtechnik aus dem Yoga kennen, dabei wird beim Atmen nicht der Brustkorb gehoben und gesenkt, sondern der vermehrte Platz, den die Lungen beim Einatmen benötigen, im Bauch kompensiert. Das hat verschiedene positive Auswirkungen: Zum einen werden dadurch die gesamten inneren Organe massiert und besser durchblutet und zum anderen ist dies die typische „Schlafatmung“. Das bedeutet, der Körper verbindet diese Form der Atmung mit Ruhe. Jedes Mal beim Ausatmen werden auch die Schultern ganz bewusst fallen gelassen. Da hektisches Atmen und hochgezogene Schultern ein typisches Anzeichen von Stress sind, sind mit dieser Methode bereits zwei wesentliche Faktoren abgedeckt. Diese Art der Atmung kann man grundsätzlich immer und überall anwenden, wenn man Stress verspürt. Im Beruf ebenso wie auf dem Pferd.

Die Atem-Meditation hilft genau dabei, ruhig und entspannt zu atmen. Gerade am Anfang ist es eine Hilfe, bei diesem Prozess unterstützt zu werden. Haben Sie erst einmal gelernt, sich auf diese Art und Weise zu beruhigen, wird es Ihnen leicht fallen, dies immer wieder auch in Stress-Situationen zu tun. Üben Sie diese Atmung am besten zuerst in ruhiger Atmosphäre, damit Sie genau wissen, wie und was Sie zu tun haben. Je mehr Sie üben, desto effektiver wird es auch in Stress-Situationen. Diese Atem-Mediation bietet sich gerade am Anfang der Reitstunde beim Schrittreiten an. Wenn Sie mit dieser Art der Atmung vertraut sind, können Sie sie natürlich in jeder Gangart anwenden.

Sollten Sie sich bei dieser Übung unwohl fühlen, hören Sie bitte sofort damit auf. Das bewusste Atmen kann wie die Stressatmung dazu führen, dass dem Körper mehr Sauerstoff zur Verfügung steht, was dem Körper wieder Stress suggerieren kann. Das ist aber nicht das Ziel dieser Atemübung. Achten Sie darauf, ganz ruhig und tief zu atmen.

Sollten Sie von einer Situation gestresst sein und Sie spüren es, ist es immer eine gute Idee, eine Runde im Schritt mit Ruheatmung zu drehen. Sie können wieder entspannen und auch Ihr Pferd wird es spüren.

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