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Angstfrei reiten

Die Autorin

Kommunikation verbessern

Menschen kommunizieren ständig, mit sich selbst, mit anderen und Reiter auch noch mit dem Pferd. Ob laut oder leise, Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Dadurch bestimmen wir, welche Informationen wir bekommen oder an andere weitergeben. Besonders die Art und Weise, wie wir mit uns selbst oder dem Pferd kommunizieren, kann unseren Stress-Level, unsere Laune und die Sicht auf die Dinge erheblich beeinflussen.

Schlechte Gedanken können uns innerhalb von wenigen Sekunden die Laune vermiesen. Da sich aber die wenigsten dieses Vorgangs bewusst sind, passiert das alles ohne ihr Wissen und die schlechte Laune wird einfach so hingenommen. Dass man aktiv etwas dagegen tun kann, bleibt vielen verborgen.

Verbessern wir also unsere Kommunikation mit uns selbst, anderen und dem Pferd, können wir unsere Stimmung verbessern, den Stress senken und zusätzlich noch bessere Antworten bekommen.

Beschäftigen wir uns als Erstes mit den Fragen, die wir uns und anderen stellen.

Fragen sind ein wichtiger Teil der Konversation, denn Fragen stellen wir immer dann, wenn wir nicht weiter wissen. Die dazugehörenden Antworten sollten uns weiterhelfen und uns Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Ist man mit der Antwort nicht zufrieden, sollte man über seine Fragen einmal nachdenken. Dabei gibt es einen ganz einfach Trick. Schauen wir uns einmal an, welche Antworten man auf folgende Fragen bekommt:

Warum galoppiert das Pferd immer falsch an?
Was kann ich tun, damit mein Pferd richtig angaloppiert?

Sehen Sie den Unterschied? Es ist viel einfacher, auf die „Was kann ich tun ...“-Frage eine hilfreiche Antwort zu bekommen als auf die „Warum“-Frage. Die Antwort auf eine Warum-Frage bezieht sich auch meist darauf, was man falsch macht. Das bedeutet wir müssen die Antwort, die wir bekommen, erst in das „Was muss ich tun …“ übersetzen. Fragen wir „Was kann ich tun, damit mein Pferd richtig angaloppiert?“, bekommen wir meist alles, was wir brauchen, schon geliefert und wissen, was wir zu tun haben. Und dabei ist es egal, ob man diese Frage sich selbst oder anderen stellt.

Auch das Wort „immer“ ist ein schlechter Freund. Denn man sollte sich fragen: Ist es wirklich immer so oder nur unter bestimmten Umständen? Benutzt man das Wort immer, lässt es uns gerne vergessen, „wann“ es wirklich passiert, und das kann schon ein Hinweis auf die Lösung sein. Galoppiert mein Pferd wirklich immer falsch an oder nur unter bestimmten Bedingungen? Aus diesem Grund ist „immer“ mit Vorsicht zu genießen. Streichen Sie „immer“ aus Ihrem Sprachgebrauch und sagen Sie stattdessen genau, wann etwas so ist. Beobachten Sie gut und Sie bekommen die Gelegenheit, die Herausforderung zu meistern.

Bereits durch diese beiden einfachen Dinge kann man die Kommunikation mit sich, anderen und dem Pferd erheblich verbessern. Bessere Fragen können in allen Bereichen helfen.

Auch Selbstgespräche sind ein wesentlicher Punkt, um den eigenen Stress-Level und das Selbstbild zu beeinflussen. Haben Sie schon einmal beobachtet, in welcher Art und Weise Sie mit sich selbst sprechen? Verschütten Sie zum Beispiel beim Frühstück den Kaffee, was sagen Sie zu sich selbst in solchen Situationen? Die meisten Menschen reden in solchen Situationen nicht sonderlich nett mit sich selbst. „Ich bin immer so schusselig“ oder „Bin ich blöd“ könnten die Reaktion auf solch eine Situation sein. Jedoch sollten Sie sich fragen: Was hilft es Ihnen, so mit sich selbst zu sprechen? Genau: Es hilft Ihnen gar nicht! Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie mit einem guten Freund beim Frühstück sitzen und er verschüttet den Kaffee – was würden Sie dann zu ihm sagen? „Kann ja mal passieren“ oder „Nicht so schlimm“ würde man sagen, damit er sich wieder besser fühlt. Was man für gute Freunde tut, kann man auch für sich selbst tun. Damit wird der Stress-Level reduziert und die Laune verbessert.

Das lässt sich auch genau so auf die Gespräche mit dem Pferd übertragen. Auch diese können unseren Stress-Level erhöhen und uns die Laune vermiesen, wenn wir in einer nicht hilfreichen Art und Weise mit ihm sprechen. Auch Pferde sind uns gute Freunde und so sollten wir auch mit ihnen sprechen. Denn auch diese Gespräche beeinflussen unseren Stress-Level und unsere Laune.

Sprechen Sie mit sich selbst und mit dem Pferd wie mit einem guten Freund.
Vermeiden Sie „Warum“-Fragen und ersetzen Sie die Fragen durch „Was kann ich tun …“. Ersetzen Sie das Wort „immer“ durch konkrete Angaben.

Galileo Galilei: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

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