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Angstfrei reiten

Die Autorin

Grundsätzlicher Stress-Level oder Angst-Level

Angst wird zu den Grundgefühlen gezählt, die sich in bedrohlich empfundenen Situationen zeigen. Hervorgerufen wird dieses Gefühl zum Beispiel bei einer erwarteten Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung und des Selbstbildes. Angst kann auch eine Persönlichkeitseigenschaft sein, diese Personen fühlen häufiger und intensiver Angst als andere Menschen.

In unserer Entwicklung hat die Angst eine wichtige Funktion, es ist ein Schutzmechanismus, der die Sinne schärft, vor tatsächlichen oder vermuteten Gefahren warnt und eine Reaktion darauf einleitet, wie zum Beispiel Flucht, Kampf oder Totstellen. Die Alarmanlage Angst ist oft sehr sensibel eingestellt, das sichert unser Überleben.

Die Reaktion des Körpers und die Ausschüttung der Hormone sind bei Angst und Stress gleich. Je höher der Stress-Level ist, desto dramatischer wird vom Warnsystem das Ereignis eingestuft. Der Stress-Level kann sich aber aus verschiedenen Bausteinen zusammensetzen. Zum Beispiel kann der Grundstress-Level aus einer „nicht reitbezogenen“ Situation kommen, wenn man z. B. nach einem anstrengenden Tag zum Reiten geht. Jedoch kann auch das Reiten selbst den Stress-Level anheben, ein übermütiges, junges Pferd bei minus 10 Grad und viel Wind kann den Stress-Level anheben. Jeder Reiter hat seine eigenen Stressfaktoren und Stressauslöser. Was den einen Reiter völlig „kalt“ lässt führt beim anderen bereits zu einem angehobenen „Grundstress-Level“.

Stress-Level

0 steht für völlig entspannt, „Notfallsituation“ für eine Situation, aus der sich der Reiter nicht mehr in angemessenem Zeitraum beruhigen kann und die vom Warnsystem als lebensbedrohlich eingestuft wird, der Pfeil steht für das Ereignis.

Der erhöhte Stress-Level hat die Auswirkung, dass ein sonst relativ harmloses Ereignis ausreicht, um die Anzahl der Stresshormone im Körper so ansteigen zu lassen, dass der Körper glaubt, eine tatsächliche Notfallsituation wäre eingetreten, und das Warnsystem merkt sich dieses Ereignis.

Wird das Niveau „Notfallsituation“ erreicht, wird oft die komplette Reitstunde zu einem „gefährlichen“ Unterfangen. Dinge, die sonst normal sind, werden als gefährlich eingestuft. Diese Anspannung wird natürlich auch vom Pferd wahrgenommen und es wird davon beeinflusst.

Stress oder Angst wirken sich auf unseren Körper aus und folglich auch darauf, wie wir reiten.

Je nach Level steigern sich folgende Probleme:

Ist ein gewisser Level erst erreicht, wird sinnvolles Reiten fast unmöglich. Der Reiter beeinflusst damit auch zusätzlich das Pferd was das Problem noch verstärkt.

Je höher der Stress-Level, desto weniger ist harmonisches Reiten möglich und es kann keine sinnvolle Kommunikation mit dem Pferd mehr stattfinden.

Der Grundstress-Level kann eine wesentliche Rolle dabei spielen, um den allgemeinen Stress-Level zu senken. In diesem Bereich wurden schon viele Bücher geschrieben. Hier soll es jedoch darum gehen, das Problem Stress auf dem Pferd zu lösen.

Es ist auf jeden Fall hilfreich, auf genügend Entspannung und eine gesunde Ernährung zu achten. Neben ausreichend Flüssigkeit ist auch genügend Schlaf wichtig, denn besonders in den ersten drei Stunden, nachdem man ins Bett gegangen ist, werden Stresshormone abgebaut. Aus diesem Grund sollte man die ersten drei Stunden nach dem Einschlafen nicht gestört werden.

Ein Service von www.reithypnose.de