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Angstfrei reiten

Die Autorin

Erinnern ist ein kreativer Prozess

Unser Gedächtnis ist kein Videorekorder, der ein Erlebnis aufnimmt und dann wieder abspielt, wenn wir uns wieder daran erinnern. Erinnern ist ein kreativer Prozess und jedes Mal, wenn wir uns erinnern, verändern wir die Erinnerung wieder. Dabei formen wir Fragmente, die wir zu unterschiedlichen Zeitpunkten und an unterschiedlichen Orten erlebt haben, zu einer Erinnerung, oder was wir für eine Erinnerung halten. Das bedeutet, jedes Mal, wenn wir eine Erinnerung abrufen, wird diese von der Situation und von der momentanen Stimmung beeinflusst. Das ist wie eine Datei, die immer wieder beim Dran-Denken ergänzt und überschrieben wird und von der immer nur die neueste Fassung zugänglich ist.

Ein Beispiel: Man ist einmal, als sich das Pferd erschreckt hat, vom Pferd gefallen, dieses Erlebnis wurde in einer nicht nützlichen Art und Weise abgespeichert. Das Pferd erschreckt sich wieder und in dieser Situation wird diese Erinnerung wieder abgerufen. Zum einen glaubt das Unterbewusstsein gerade, dass das Erschrecken des Pferdes vom Pferd fallen bedeutet, und schüttet entsprechende Stress-Hormone aus. Dieses Erlebnis wird dem anderen Erlebnis hinzugefügt und die Erfahrung wird immer dramatischer. Jedes Mal, wenn das Pferd erschreckt, wird diese Erinnerung wieder aktiviert und entsprechend verstärkt. wie Zins und Zinseszins.

Aber was in die eine Richtung funktioniert, klappt genauso in die andere Richtung! Und nutzt man dieses Wissen zu seinem Vorteil, hat man eine effektives Werkzeug an der Hand. Gibt es ein Erlebnis, das Sie beim Reiten „verfolgt“, oder seit einem bestimmten Erlebnis ist es Ihnen etwas mulmig in manchen Situationen? Wenn Erinnerungen nicht festgeschrieben sind, können wir sie ja auch zum Positiven verändern.

1. Schritt – Bringen Sie sich selbst in eine positive Stimmung, denken Sie auch an Ihren Körper. Denken Sie an einen lustigen Film oder ein schönes Erlebnis, und wenn Sie dieses Erlebnis direkt vor Augen haben und auch die positiven Gefühle dazu wachgerufen sind, denken Sie an das Erlebnis. Lächeln Sie dabei und denken Sie daran, was damals vorgefallen ist.

2. Schritt – Bringen Sie sich wieder in eine positive Stimmung, lächeln Sie und denken Sie wieder an das Erlebnis. Dieses Mal versuchen Sie einfach mal, etwas Lustiges an der Situation zu finden – irgendetwas. Lachen Sie darüber, was passiert ist, versuchen Sie es wenigstens einmal. Es muss auch keiner dabei zuhören und es weiß auch keiner, warum Sie lachen.

Diese einfachen zwei Schritte können Sie beliebig oft wiederholen. Jedes Mal, wenn man sich daran erinnert, wird die Erinnerung durch die positive Grundeinstellung verändert. Dem Erlebnis wird nach und nach der Schrecken genommen und Sie entscheiden selbst, wie Sie sich an Ihre Erlebnisse erinnern möchten.

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